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IQ-Interpretation: Was bedeuten die Grundraten? oder: Wieso die 23-Punkte-Regel überflüssig ist

In meinen Intelligenzseminaren merke ich immer wieder, dass viele AnwenderInnen große Schwierigkeiten haben, die Bedeutung von Diskrepanzen zwischen verschiedenen Skalen innerhalb einer Testbatterie (oder unter Umständen auch zwischen Testbatterien) richtig einzuordnen. Manchmal passiert es auch, dass ich langwierig über die Bedeutung von Grundraten in der WISC referiere, nur um anschließend von den Teilnehmern gesagt zu bekommen, man würde die 23-Punkte-Regel anwenden, man habe das schließlich so gelernt. Von einigen wird angeführt, diese Regel stünde doch sogar in den Testmanualen von WISC-V oder KABC-II – was aber nicht zutrifft. Ich habe auch gehört, die Regel sei „Allgemeinwissen“ eines jeglichen Testleiters oder einer jeglichen Testleiterin.

Die 23-Punkte-Regel

Für diejenigen TestanwenderInnen, welche die 23-Punk­­­te-Regel nicht kennen, möchte ich sie an dieser Stelle kurz erklären: Die Regel besagt ....

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Zum Handwerk psychologischen Testens: Untersuchertendenzen und Untersucherfehler

Psychometrische Testverfahren sind standardisiert, das heißt sie sind so konstruiert, dass ihre Anwendung untersucherunabhängig erfolgen kann. Auf diese Weise wird die Objektivität einer Testung ermöglicht, im Idealfall sollte das Testergebnis einer untersuchten Person somit immer gleich ausfallen, unabhängig davon, welche Fachperson den Test anleitet. Die Standardisierung eines Tests, beispielsweise eines Entwicklungs- oder Intelligenztests, bezieht sich üblicherweise auf einen einheitlichen Materialsatz, auf feststehende Aspekte wie die Positionierung und zeitliche Dauer der Exposition des Testmaterials, auf exakte sprachliche Instruktionen durch den Untersucher sowie ....

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Anwenderbericht zur WISC-V

Was machen Sie beruflich?

Diplom-Pädagogin, systemische Familientherapeutin und Diagnostikerin in einer Sozialpsychiatrischen Praxis. Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -Psychotherapie sowie Praxisinhaber einer Sozialpsychiatrischen Praxis.


Wann entscheiden Sie, die WISC-V einzusetzen?

  • Bei schulischen Problemen zur Ermittlung des Leistungsniveaus.
  • Bei Entscheidungen zum Schultyp oder der weiterführenden Schule.
  • Bei Teilleistungsstörungen zur Ermittlung der Standardabweichung.
  • Zur Ermittlung einer möglichen geistigen Behinderung (und der daraufhin relevanten Ermittlung des Kostenträgers, wie z. B. in der Autismus-Förderung).
  • Bei Fragestellungen zur Hochbegabung.
  • Bei emotionalen Störungen, wie z. B. Lern- und Leistungsblockaden.
  • In der ADHS-Diagnostik.


Haben Sie Tipps zur Durchführung der WISC-V?

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Aus der Testentwicklung: Normierung in der psychologischen Diagnostik

Standardisierte psychologische Diagnostik ist ein objektives Verfahren, um Persönlichkeits-, Entwicklungs- oder Leistungsmerkmale von Menschen zu messen. Das Messergebnis, d. h. der Testwert, den eine Testperson erreicht, wird zu seiner Interpretation in einen möglichst validen Bezugsrahmen eingeordnet. Den Bezugsrahmen stellen die Testwerte anderer Menschen, die das diagnostische Verfahren ebenfalls durchlaufen haben, dar.

Die Schaffung des Bezugsrahmens wird als Normierung bezeichnet...

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