L. M. Dunn & D. M. Dunn, 2007

PPVT-4

Peabody Picture Vocabulary Test - 4. Ausgabe

Deutsche Bearbeitung: A. Lenhard, W. Lenhard, R. Segerer, S. Suggate, 2015

L. M. Dunn & D. M. Dunn, 2007

PPVT-4

Peabody Picture Vocabulary Test - 4. Ausgabe

Deutsche Bearbeitung: A. Lenhard, W. Lenhard, R. Segerer, S. Suggate, 2015

Gruppiert Produkte - Artikel
Produktname
205,00 €
PPVT-4 - Gesamtsatz
Manual, Protokollbogen (25), Aufsteller
Art.-Nr. 3669.00
62,00 €
PPVT-4 - Manual
Art.-Nr. 3669.11
51,50 €
PPVT-4 - Protokollbogen
25 Stück
Art.-Nr. 3669.12
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Anwendungsbereich
Testverfahren zur Diagnose des rezeptiven (Hör-)Wortschatzes
Anwendungsgruppe
Kinder und Jugendliche
Alter
3;0 bis 16;11 Jahre
Durchführungsdauer
Set I ca. 20 Minuten, Set II ca. 40 Minuten
Berufsgruppe
ErgotherapeutInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, SonderpädagogInnen, PsychiaterInnen

Anwendungsbereich

Kinder zwischen 3 Jahren 0 Monaten und 16 Jahren 11 Monaten. Als Einzeltest zur Diagnose des rezeptiven (Hör-) Wortschatzes.

Das Verfahren

Der PPVT-4 ist ein international renommiertes Testverfahren, welches ein breites Leistungsspektrum ohne Zeitbegrenzung erfasst. Der Wortschatz stellt ein Maß für die Beherrschung der deutschen Sprache dar und kann deshalb zur Bewertung der Sprachkompetenz, zur Auswahl adäquater Inhalte im Unterricht, zur Erfassung von Lern- und Rehabilitationsprozessen sowie im Rahmen einer Leseverständnisförderung herangezogen werden. 

Das Verfahren enthält 228 Items, die jeweils aus einem gesprochenen Wort und vier farbigen Bildern bestehen. Die Aufgabe der Testperson besteht darin, dasjenige Bild auszuwählen, welches am besten zum vom Testleiter vorgesprochenen Wort passt.

Die Items sind in aufsteigender Schwierigkeit gereiht, so dass auf einfache Art und Weise jeweils nur die Sets appliziert werden können, die für den jeweiligen Leistungsstand eines Kindes angemessen sind. Die Durchführungszeit beträgt etwa 10 bis 20 Minuten. Die Auswertung ist einfach und objektiv durchzuführen.

Gütekriterien

Die innere Konsistenz des Verfahrens (Cronbachs a) beträgt r = .97 (N = 4532). Für die Test-Retest-Reliabilität wurde beim Übergang zwischen Kindergarten- und Grundschulalter nach 6 Monaten ein Wert von r = .63 (N = 48) ermittelt. Während der Grundschulzeit lag sie nach 12 Monaten bei r = .88 (N = 40).

Zur Bestimmung der konvergenten Validität wurden die Ergebnisse des PPVT-4 mit denen des Wortschatztests aus der WISC-IV verglichen. Die Korrelation betrug r = .66 (N = 67). Kinder mit Migrationshintergrund (N = 1051) und Kinder mit Lernbehinderung (N = 35) schnitten im PPVT-4 signifikant schlechter ab als Kinder der Normstichprobe.

Normen

Die Altersnormen des PPVT-4 basieren auf einer repräsentativen Stichprobe von in Deutschland lebenden Kindern (N = 3555). Es werden T-Werte sowie 90 %- und 95 %-Konfidenzintervalle berichtet.

Charakteristika und Vorzüge

  • Schnell und einfach anzuwendendes Testverfahren.
  • Repräsentative und umfassende Normierung für Deutschland (N = 3555).
  • Attraktive, einfach handhabbare Testmaterialien.
  • Hervorragende Testgütekriterien.

Dr. Alexandra Lenhard, Dipl. Psych. und Dr. Wolfgang Lenhard, Dipl. Psych, zwei der vier Autoren der neu erschienenen deutschen Adaptation vom Peabody Picture Vocabulary Test (PPVT-4), sprechen mit uns über ihre Erfahrungen während der Entwicklungszeit des deutschen PPVT-4.

Frau Dr. Lenhard ist als selbstständige Unternehmerin auf dem Gebiet der Entwicklung von Testverfahren, Förderprogrammen und Auswertungssoftware tätig. Außerdem arbeitet sie auch praktisch auf dem Gebiet der Diagnose und Förderung kognitiver Leistungen. Ihr Wissen vermittelt sie in zahlreichen Seminaren an Psychologen, Lehrer, Mediziner und andere assoziierte Berufsgruppen. Dr. Wolfgang Lenhard ist am Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Würzburg tätig, seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Schulleistungsdiagnostik und -förderung, und hierbei besonders im Themengebiet Leseverständnis und Lesekompetenz.


Pearson: Können Sie kurz den Peabody Picture Vocabulary Test – 4. Ausgabe (PPVT-4) beschreiben?

Dr. Wolfgang Lenhard: Der PPVT-4 ist ein aus den USA stammender Test des rezeptiven Wortschatzes, also des Hörwortschatzes. Die erste Version wurde bereits 1959 von Lloyd Dunn entwickelt. Seither wurde der Test beständig verbessert. Wir haben die vierte Ausgabe dieses Tests ins Deutsche übertragen und für Kinder im Alter von 3 bis 16 Jahren normiert. Der Test liegt als Papierversion vor und wird als Individualtestung durchgeführt. Er enthält 228 Items, die jeweils aus einem gesprochenen Wort und einem zugehörigen Set aus 4 farbigen Bildern bestehen. Die Aufgabe der Testperson besteht jeweils darin, dasjenige Bild auszuwählen, welches am besten zu dem vom Testleiter vorgesprochenen Wort passt.

Pearson: Wo sehen Sie die hauptsächlichen Anwendungsfelder des PPVT-4?

Dr. Alexandra Lenhard: Der Wortschatz ist ein wichtiger Indikator für die sprachliche und kognitive Entwicklung eines Kindes. Der Test kann deshalb im gesamten normierten Altersbereich genutzt werden, um zu diagnostizieren, ob diese Entwicklung altersgemäß stattfindet. Das kann z. B. wichtig sein bei der Einschätzung der Schulbereitschaft, bei der Diagnose einer Lese-Rechtschreib-Schwäche bzw -Störung oder bei neurologischen Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen. Bei Personen mit Problemen im Bereich der produktiven Sprache kann der ausschließlich rezeptive Charakter des Tests den Blick auf unerkannte sprachliche Potentiale öffnen. Der PPVT-4 kann aber auch als Indikator dafür dienen, wie gut ein Kind mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache beherrscht. Er findet außerdem häufig Anwendung in internationalen Vergleichsstudien, da er in verschiedenen Sprachen vorliegt. In großen Reihenuntersuchungen wird er teilweise sogar als Indikator für die kristalline Intelligenz genutzt.

Pearson: Was unterscheidet den PPVT-4 von der früheren Version des PPVT?

Dr. Wolfgang Lenhard: Der Test wurde seit der ersten Version aus dem Jahr 1959 beständig verbessert. So wurde beispielsweise das Wortmaterial dahin gehend optimiert, dass die verschiedenen Lebensbereiche aus der Erfahrungswelt von Kindern und Jugendlichen möglichst gut und gleichmäßig abgedeckt sind, also z. B. Nahrungsmittel, Werkzeuge, Spielsachen, Instrumente, Pflanzen, Aktivitäten usw. Die Bilder waren früher nur schwarzweiß, sind jetzt aber alle koloriert, weil das Testmaterial auf diese Weise für die Kinder attraktiver wird. Außerdem wurden mehr ganz leichte und ganz schwierige Items aufgenommen, um Boden- und Deckeneffekte an den Rändern des Altersbereiches zu minimieren.

Pearson: Wo sehen Sie die Vorteile des PPVT-4 im Vergleich zu …. ?

.... der Vorgängerversion PPVT-4?

Dr. Alexandra Lenhard: Der PPVT-4 hat im Vergleich zur Vorgängerversion vor allem an Validität, Fairness und Attraktivität gewonnen. Außerdem misst er nun besser über den gesamten Fähigkeitsbereich hinweg.

.... anderen Testverfahren zur Diagnostik des rezeptiven Wortschatzes?

Dr. Wolfgang Lenhard: Gegenüber anderen Verfahren des rezeptiven Wortschatzes ist vor allem die hohe Reliabilität und Validität hervorzuheben. Der Test besitzt eine vergleichsweise große Itemzahl, nämlich 228. Diese Items sind außerdem hervorragend ausbalanciert und auf ihre diagnostische Qualität und Fairness gegenüber Faktoren wie Geschlecht und Migrationshintergrund hin getestet. Das Verfahren ist zudem sehr einfach durchzuführen und auszuwerten. Diese vielen positiven Eigenschaften haben dazu geführt, dass der PPVT-4 de facto den internationalen Standard zur Erfassung des Wortschatzes darstellt. Aufgrund dieses hohen Bekanntheitsgrades lassen sich auch wissenschaftliche Ergebnisse, die mit dem Test gewonnen wurden, meist leichter publizieren als Ergebnisse anderer Wortschatztests.

Pearson: Gibt es besondere Situationen während der Entwicklungszeit, die Ihnen im Gedächtnis geblieben sind?

Dr. Alexandra Lenhard: In einem Team von Autoren ist man sich natürlich nicht immer einig. Dies war bei uns in Bezug auf die Normierung der Fall. Die Normierung eines Tests ist ein sehr wichtiges Testgütekriterium, welches allerdings in der wissenschaftlichen Literatur unseres Erachtens viel zu wenig Aufmerksamkeit findet. Deshalb gibt es auch keinen wissenschaftlichen Goldstandard. Da wir verschiedene Auffassungen darüber hatten, wie aus den Rohdaten die Normdaten gewonnen werden sollten, machten wir daraus ein „Normierungs-Battle“. Jeder sollte seine eigene Methode anwenden und am Ende wollten wir dann entscheiden, wer die beste Methode gewählt hatte. Ich hatte einen grobe Vorstellung davon, wie ich den Zusammenhang von Rohwerten und Normwerten über das Alter hinweg modellieren wollte, kam aber nicht so recht weiter. Wie so oft im Leben hat mich dann ein dummer Zufall auf die Spur zur Entwicklung eines ganz neuen Verfahrens geführt. Ich hatte in einer Exceltabelle einen Fehler gemacht, der aber seltsamerweise trotzdem zu scheinbar sinnvollen Ergebnissen führte. Das Nachdenken über diesen Fehler brachte schließlich den Aha-Effekt. Am nächsten Tag war ein ganz neues statistisches Normierungsverfahren aus der Taufe gehoben, das verlässlichere und stimmigere Normen liefert als konventionelle Verfahren. Das war ein sehr erhebendes Gefühl.

Pearson: Was fanden Sie persönlich in der Entwicklungsphase des PPVT-4 besonders bemerkenswert?

Dr. Wolfgang Lenhard: Immer wieder verblüffend ist es, wie stark die Leistungen von Kindern des gleichen Altersbereichs auseinander liegen können. Das ist eine große Herausforderung für alle, Personen, die mit der Erziehung und Bildung von Kindern betraut sind.
Auch in Bezug auf die Qualität der eigenen Arbeit erlebten wir „Aha“-Momente: Die Erstellung eines guten psychometrischen Verfahrens ist eine hochkomplexe Angelegenheit – das wurde uns beim PPVT-4, der augenscheinlich eigentlich kein sonderlich komplexes Verfahren darstellt, wieder einmal vor Augen geführt. Ein Test muss nicht nur objektiv, reliabel und valide sein. Der Test muss im Manual auch gut beschrieben werden. Außerdem müssen das Manual, das Testmaterial und der Protokollbogen möglichst gut aufeinander abgestimmt werden und vielen verschiedenen Qualitätskriterien genügen. Es ist faktisch unmöglich, am Ende ein makelloses Produkt abzuliefern. Es war bemerkenswert, wie viele kleinere Unschönheiten wir noch ausbessern mussten, selbst nachdem wir längst zur Überzeugung gelangt waren, dass jetzt mit Sicherheit kein noch so kleiner Fehler mehr zu finden sei. Das Lektorat des Pearson-Verlags hat uns hier sehr geholfen, das Produkt zu einer hohen Qualität zu steigern.

Pearson: Gibt es etwas, was die Anwender des PPVT-4 unbedingt beachten müssen?

Dr. Alexandra Lenhard: Was man beim PPVT-4 beachten sollte, sind grundsätzlich die gleichen Aspekte, die man bei jedem psychometrischen Verfahren beachten muss. Anwender tendieren häufig dazu, die Messgenauigkeit und Validität von Testergebnissen zu überschätzen. Dies gilt vor allem für den extremen Leistungsbereich. Dummerweise finden die meisten Messungen genau in diesem Bereich statt. Insofern kann nur jeder Anwender immer wieder dazu aufgefordert werden, über die Grenzen psychometrischer Testverfahren nachzudenken und Urteile auf der Basis von Testergebnissen anhand weiterer Informationsquellen zu validieren. Testanwender besitzen eine hohe Verantwortung, derer sie sich immer bewusst sein sollten.
Ein konkreter Tipp zur Zeitplanung bei Testungen: Der Test dauert umso länger, je höher die Fähigkeit des Kindes ist. Bei jungen leistungsstarken Kindern sollte deshalb etwas mehr Zeit eingeplant oder mit einem höheren Startblock begonnen werden.

Pearson: Worauf sind Sie beim PPVT-4 besonders stolz?

Dr. Wolfgang Lenhard: Besonders stolz sind wir darauf, dass unsere Überlegungen bei der Testentwicklung zu einem ganz neuen Normierungsverfahren geführt haben. Dieses Verfahren wendet eine mathematische Modellierungsmethode, die sonst eher in der Physik und Technik angewandt wird, erstmals auf eine Testnormierung an. Wir denken, dass wir hierdurch nicht nur die deutsche Version des PPVT-4 verbessern konnten, sondern wir hoffen auch, dass wir die Qualität zukünftiger Testverfahren ein bedeutsames Stück voranbringen können. Das Endprodukt unserer methodischen Arbeit fassen wir gerade in einem Artikel zusammen, der den Titel „How we should norm a test“ tragen soll.

Pearson: Bitte beschreiben Sie unseren Lesern den PPVT-4 abschließend noch einmal in 10 aussagekräftigen Schlagworten.

Dr. Alexandra Lenhard: Ein objektiver, hochreliabler, hochvalider, einfach anzuwendender, international etablierter, attraktiver Wortschatztest.

Alle Infos zum PPVT-4 im Überblick:

>> PPVT-4 Flyer (PDF, 1,2 MB)