A. T. Beck, R. A. Steer, G. K. Brown

BDI-FS

Beck-Depressions-Inventar - Fast Screen

Deutsche Adaptation: S. Kliem, E. Brähler, 2013

A. T. Beck, R. A. Steer, G. K. Brown

BDI-FS

Beck-Depressions-Inventar - Fast Screen

Deutsche Adaptation: S. Kliem, E. Brähler, 2013

Gruppiert Produkte - Artikel
Produktname
70,00 €
BDI-FS - Gesamtsatz
Manual, Testbögen (50)
Art.-Nr. 3670.00
32,50 €
BDI-FS - Manual
Art.-Nr. 3670.01
43,00 €
BDI-FS - Testbogen
50 Stück
Art.-Nr. 3670.02
Bitte loggen Sie sich ein, um dieses Produkt in Ihren Warenkorb zu legen.
Anwendungsbereich
Depressionsscreening im medizinischen Kontext nach DSM-IV und DSM-5
Anwendungsgruppe
Jugendliche und Erwachsene
Alter
ab 14 Jahre
Durchführungsdauer
unter 5 Minuten
Berufsgruppe
PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, PsychiaterInnen, NeurologInnen

Anwendungsbereich

Das Beck-Depressions-Inventar - FastScreen kann zur Erfassung der nicht somatischen Symptome einer Major Depression nach DSM-IV und DSM-5 bei Jugendlichen und Erwachsenen eingesetzt werden.

Das Verfahren

Das BDI-FS misst die Schwere der Depression entsprechend der nicht-somatischen Kriterien für die Diagnose einer Major Depression nach DSM-IV und DSM-5. Grundlegend für die Entwicklung des Tests war die Überlegung, dass die Einbeziehung von Items zu somatischen Beschwerden und Leistungsfähigkeit im BDI-II zu einer fälschlichen Erhöhung der Prävalenz von Depressionen bei Patienten mit medizinischen Problemen führt. Neben der Verwendung des BDI-FS in Patientengruppen mit gemischten medizinischen Grunderkrankungen wurde das Verfahren mittlerweile auch für Patientengruppen mit spezifischen Erkrankungsbildern (z. B. Patienten mit Multiple Sklerose, Patienten mit Kopf- und Halskrebs, Patienten mit (chronischen) Schmerzen, Patienten mit Suchterkrankungen, HIV-Patienten sowie Patienten aus dem geriatrischen und pädiatrischen Kontext mit diversen medizinische Erkrankungen) erfolgreich implementiert.

Gütekriterien

Die Zuverlässigkeit des BDI-FS wurde anhand der internen Konsistenz (Cronbach´s Alpha) bestimmt. Insgesamt konnten sowohl für die Gesamtstichprobe (a = .84) als auch getrennt nach dem Geschlecht (Männer: a = .85; Frauen: a = .83) zufriedenstellende Ergebnisse ermittelt werden.

Für das Verfahren wurde die konvergente Validität mit einem Depressionsinventar, dem PHQ-9, bestimmt (r = .67, p <.001). Die diskriminante Validität (mit einem Inventar zur Erfassung körperliche Symptome und einem Angstinventar) des BDI-FS kann als zufriedenstellend eingestuft werden.


Normen

Es liegen Prozentrangnormen für eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland vor (N = 2.467).

Charakteristika und Vorzüge

  • Fragebogen mit 7 Aussagengruppen.
  • Repräsentative und umfassende Normierung für Deutschland (N = 2467).
  • Attraktive, einfach handhabbare Testmaterialien.
  • Umfasst lediglich 7 Items, die Bearbeitungs- und Auswertungszeit liegen durchschnittlich unter 5 Minuten.

Diplom-Psychologe Sören Kliem spricht über das Beck-Depressions-Inventar-FastScreen (BDI-FS), über Unterschiede zum BDI-II (Beck-Depressions-Inventar) und über seine Erlebnisse während der Entwicklungszeit.


Herr Sören Kliem, im Oktober 2013 erschien in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Elmar Brähler das BDI-FS, das “Beck-Depressions-Inventar - FS" (FastScreen), als Screeningversion des BDI-II auf dem deutschsprachigen Markt. Was unterscheidet das Beck -Depressions-Inventar - FS (FastScreen) von der Standardform – dem BDI-II
?

Kliem: Das Beck Depression Inventar (BDI-II) kann wohl als eines der weltweit meist genutzten Depressionsinventare bezeichnet werden. Der Wert des Inventars im Rahmen von Diagnostik und Evaluation kann nicht hoch genug eingestuft werden. Dennoch müssen auch einige Einschränkungen angemerkt werden: So enthält das BDI auch Aussagen zu somatischen Beschwerden und zur Leistungsfähigkeit. Hier könnte man annehmen, dass diese Aussagen bei Patienten mit somatischer Grunderkrankung zu einer fälschlichen Erhöhung der Prävalenz bzw. zu einer Überschätzung des Schweregrades einer depressiven Störung führen könnten. Die somatischen Symptome wie Müdigkeit oder Erschöpfung würden im BDI als Symptome einer Depression erfasst werden, obgleich diese eigentlich möglicherweise als Folge einer körperlichen Erkrankung zu bewerten wären. Dieser Problematik versuchen Beck und Kollegen, mit dem BDI-FS, welches 7 Aussagengruppen der Langform beinhaltet, zu begegnen.

Wo sehen Sie die Vorteile des BDI-FS im Vergleich zu der Langversion – dem BDI-II?

Kliem: Wie bereits erwähnt kann der BDI-FS durch den Verzicht auf die somatischen Aussagengruppen insbesondere bei Personen mit somatischen Grunderkrankungen zu einer verlässlicheren Depressionsdiagnostik bzw. Schweregradeinschätzung beitragen. Bisher wurde das Inventar erfolgreich bei Patientengruppen mit gemischten Grunderkrankungen, Patienten mit Multipler Sklerose, Patienten mit Kopf- und Kehlkopfkrebs, Patienten mit (chronischen) Schmerzen, Patienten mit Suchterkrankungen, HIV-Patienten sowie bei geriatrischen Patienten mit diversen Grunderkrankungen aber auch bei Schwangeren erfolgreich eingesetzt..

Wo sehen Sie die Vorteile des BDI-FS im Vergleich zu anderen Testverfahren zur Diagnostik von Depression in diesem Bereich?

Kliem: Die oben genannten Vorteile des BDI-FS gelten auch hier. Außerdem können für das BDI-FS nunmehr auch aktuelle deutsche Vergleichsnormen bereitgestellt werden.

Wo sehen Sie die hauptsächlichen Anwendungsfelder des BDI-FS?

Kliem: Die medizinische Primärversorgung, d.h. Hausärzte bzw. Kinder- und Jugendärzte können als ein bedeutender Bereich für die Früherkennung depressiver Störungen eingeschätzt werden. Durch die häufig mehrjährige Begleitung eines Patienten sind diese meist die ersten Ansprechpartner bei psychischen Auffälligkeiten und Beschwerden. Mittels des BDI-FS kann im Rahmen der Primärversorgung ein unproblematisches Depressionsscreening durchgeführt werden, auch wenn zusätzlich somatische Erkrankungen vorliegen. Darüber hinaus erscheinen Routinescreenings in Krankenhäusern oder im Rahmen von Geriatrie und Altenversorgung attraktiv.

Welchen besonderen Herausforderungen mussten Sie bei der Entwicklung des BDI-FS begegnen?

Kliem: Die Erhebung einer tatsächlichen repräsentativen Stichprobe stellt eine besondere Herausforderung dar. Glücklicherweise zeichnet sich hier die Arbeitsgruppe um Prof. Elmar Brähler durch einen besonderen Erfahrungsschatz und ihre Routiniertheit aus. Die für das Manual erhobene Stichprobe wurde nach dem ADM-Standard, d.h. als eine dreistufige Zufallsstichprobe erhoben. Das Stichprobensystem umfasste dabei das gesamte bewohnte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Fast 200 Interviewer waren in einem Zeitraum von etwa 2 Monaten im Einsatz. Nur so lassen sich die sehr hohen Rücklaufquoten von fast 60 % erzielen.

Was fanden Sie persönlich in der Entwicklungsphase des BDI-FS besonders bemerkenswert?

Kliem: Generell erschien mir die Möglichkeit der Adaption eines Beck-Inventares für den deutschen Sprachraum als ein besonderes Privileg. Darüber hinaus war die Zusammenarbeit mit dem Pearson-Verlag hervorragend (Anm. d. Red. Vielen Dank für das Kompliment! Wir werden es an die Testentwicklung weitergeben. :-)).

Gibt es etwas, was die Anwender des BDI-FS unbedingt beachten müssen?

Kliem: Es kann vorkommen, dass Suizidgedanken vom Patienten nicht berichtet werden. Der behandelnde Praktiker sollte bei einem begründeten Verdacht oder bei vorliegendem selbst-schädigenden Verhalten (wie weitgehender Verzicht auf Nahrung oder Schlaf) oder bei ausgeprägter depressiver Symptomatik immer eine umfassende und sorgfältige Untersuchung des Suizidrisikos durchführen. Grundsätzlich kann das BDI-FS ebenso wie seine Langform eine Diagnosestellung auf Basis eines klinischen Interviews durch einen Experten nicht ersetzen.

Der BDI-II hat sich zu einem Standardverfahren in der Diagnostik depressiver Störungen entwickelt. Wo sehen Sie das BDI-FS in 5 Jahren?

Kliem: Als weitverbreitetes Screening-Inventar in der medizinische Primärversorgung.

Worauf sind Sie beim BDI-FS besonders stolz?

Kliem: Als Nachwuchswissenschaftler betrachte ich die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit herausragenden Wissenschaftlern als großes Privileg. Hierauf bin ich auch ein kleines bisschen stolz.

Alle Infos zum BDI-FS im Überblick:

>> BDI-FS Manual (PDF, 3,8 MB)